Card Grading erklärt: Was PSA, BGS und CGC bedeuten
Was ist Card Grading? Wie PSA, BGS und CGC bewerten, was die 1–10 Skala bedeutet, Kosten, Dauer und wann sich Karten graden lassen lohnt.
Von Ayoub Farid · · 3 Min. Lesezeit
Eine gegradete Karte wird in einer versiegelten Hartplastikhülle (einem sogenannten Slab) verwahrt und trägt ein Label mit der Zustandsnote eines unabhängigen Grading-Unternehmens. Grading verwandelt eine subjektive Frage („Ist die Karte noch Near Mint?“) in eine verlässliche Zahl, der Käufer vertrauen. Genau dieses Vertrauen sorgt dafür, dass gegradete Karten oft deutlich teurer verkauft werden – und warum das Grading bei wertvollen Sammelkarten eine wichtige Entscheidung ist.
Wie Grading funktioniert
- Du reichst deine Karten ein und wählst ein Service-Level basierend auf dem deklarierten Kartenwert und der gewünschten Bearbeitungszeit.
- Die Grader authentifizieren die Karte (ist sie echt und unberührt?).
- Sie prüfen jedes Detail und vergeben eine Note, meist auf einer Skala von 1 bis 10.
- Die Karte wird manipulationssicher in einem Slab versiegelt, inklusive Label und Zertifizierungsnummer.
- Du erhältst die Karte zurück und kannst die Echtheit der Zertifizierung online überprüfen.
Worauf Grader achten
- Centering: Wie gleichmäßig die Ränder auf Vorder- und Rückseite verlaufen (Zentrierung von Karten)
- Ecken: Scharfe Kanten vs. abgerundete Ecken oder weiße Abriebstellen
- Kanten: Bestoßene Ränder und Whitening (Whitening-Guide)
- Oberfläche: Kratzer, Print Lines, Dellen oder Flecken (Oberflächenfehler erkennen)
Die großen Grading-Unternehmen
- PSA: Der weltweite Marktführer; PSA-Noten setzen bei vielen Karten den Referenzpreis (PSA-Grading-Skala)
- BGS (Beckett): Bekannt für optionale Subgrades und das legendäre „Black Label“ für makellose Karten
- CGC: Eine feste Größe im Bereich der TCG-Karten, oft mit schnellen Bearbeitungszeiten
- SGC, TAG und andere: Beliebte und wachsende Alternativen
Vergleiche alle Anbieter im Detail in unserem Beitrag PSA vs. BGS vs. CGC.
Die Grading-Skala im Überblick
| Note | Bedeutung |
|---|---|
| 10 | Gem Mint / Pristine: Nahezu perfekt |
| 9 | Mint: Ein winziger, kaum sichtbarer Makel |
| 8 | Near Mint–Mint: Wenige minimale Schönheitsfehler |
| 7 | Near Mint |
| 5–6 | Excellent: Sichtbare Gebrauchsspuren |
| 1–4 | Bespielt (Played) bis stark beschädigt (Poor) |
Kosten und Wartezeiten
Für das Grading fällt pro Karte eine Gebühr an, die mit dem Versicherungswert der Karte und der gewünschten Bearbeitungszeit steigt. Dazu kommen Versand- und Rücksendekosten sowie Versicherung. Im Jahr 2026 passte PSA die Preise an und pausierte zeitweise einige der günstigsten Einstiegsstufen aufgrund eines massiven Auftragsrückstands – die regulären Wartezeiten lagen teils bei mehreren Wochen bis Monaten. Prüfe daher vor dem Abschicken immer die aktuellen Preise und Fristen des jeweiligen Anbieters.
Wann sich Grading lohnt
Karten graden lassen lohnt sich dann, wenn der zu erwartende Verkaufspreis der gegradeten Karte deutlich über dem Rohwert („raw“) plus allen Service-, Versandgebühren und dem Zinsverlust durch die Wartezeit liegt. Das ist meistens bei wertvollen Karten in Top-Zustand der Fall – bei günstiger Massenware oder stark bespielten Karten lohnt es sich so gut wie nie. Rechne die Beispiele genau durch in unserem Ratgeber: Lohnt es sich, Karten graden zu lassen?.
Teste es an deinen eigenen Karten
Bevor du Karten einschickst, kannst du deine Sammelkarten scannen: Nutze dafür Rarefolio, um direkt den geschätzten Marktwert und eine KI-Zustandseinschätzung zu sehen. Das ist ein praktischer erster Filter. Nimm die besten Kandidaten anschließend manuell unter die Lupe mit unserer Anleitung zum Zustand zu Hause prüfen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Card Grading?
Ein unabhängiges Unternehmen überprüft die Echtheit einer Sammelkarte, bewertet ihren Erhaltungszustand auf einer festen Zahlenskala und versiegelt sie in einer sicheren Schutzhülle (Slab) mit Zertifizierungsnummer.
Welche Grading-Firma ist die beste?
PSA bietet meist die höchste Liquidität und die besten Wiederverkaufspreise. BGS punktet mit detaillierten Subgrades, während CGC bei TCG-Karten besonders stark gefragt ist. Die Wahl hängt von deiner Karte und deinen persönlichen Zielen ab.
Steigert Grading immer den Kartenwert?
Bei gefragten Karten in perfektem Zustand sorgt eine Bestnote fast immer für ein deutliches Plus. Niedrige Bewertungen können den Wert jedoch unter die reinen Grading-Kosten drücken.
Kann ich eine Karte selbst graden?
Du kannst den Zustand deiner Karten selbst sehr genau einschätzen, aber erst das offizielle Label eines anerkannten Anbieters liefert den Nachweis, für den Käufer bereit sind, mehr zu zahlen.